Der Spritzgießzyklus ist das Kernstück der Präzisionsfertigung und bestimmt maßgeblich Produktqualität, Produktionseffizienz und Kosten. Er beschreibt einen vollständigen Zeitablauf, der mit dem Schließen der Form beginnt und über Einspritzen, Nachfüllen, Abkühlen, Öffnen der Form, Auswerfen und die Rückkehr zum Schließen der Form führt. Ziel der Zyklusoptimierung ist es, unter Gewährleistung höchster Qualität eine optimale Bearbeitungszeit zu erreichen und dabei nicht blindlings zu pressen. Hierfür ist die präzise Steuerung der Schlüsselpunkte jeder Phase unerlässlich.
Ein vollständiger Zyklus besteht aus 6 eng miteinander verbundenen Phasen, wobei die Parameter jeder Phase an die Eigenschaften der Rohstoffe, Formen und Produkte angepasst werden müssen:
Die bewegliche und die feste Form werden präzise geschlossen und verriegelt, um einen dichten Spritzgussraum zu gewährleisten. Kernstück ist die „Schnell-Langsam-Stopp“-Geschwindigkeitssteuerung: Zunächst schnelles Schließen der Form zur Effizienzsteigerung, dann Niederdruck vor dem Passen zur Vermeidung von Kollisionen und abschließend Hochdruckverriegelung zur Gratvermeidung. Die Parameter müssen auf die Formgröße und die Schließanforderungen abgestimmt sein.
Die Schnecke drückt geschmolzenen Kunststoff in den Formhohlraum. Die wichtigsten Parameter sind Einspritzdruck, Geschwindigkeit und Volumen. Rohmaterialien mit schlechter Fließfähigkeit (z. B. Polycarbonat) oder komplexe dünnwandige Bauteile erfordern einen höheren Druck; die Geschwindigkeit muss abschnittsweise geregelt werden, um Fehler wie unvollständiges Einspritzen und Gratbildung zu vermeiden.
Durch kontinuierlichen Druck wird der Schwindverlust nach dem Einspritzen ausgeglichen. Dies kompensiert den Abkühlschwindverlust der Schmelze und verbessert die Produktdichte. Der Nachdruck beträgt 40–70 % des Einspritzdrucks, und die Nachdruckzeit entspricht der Erstarrungszeit des Angusses – eine zu lange Nachdruckzeit verursacht innere Spannungen, während eine zu kurze Nachdruckzeit zu Schwindung führt.
Die Wärmeabfuhr über die Kühlwasserkanäle der Form, die 50–70 % des gesamten Zyklus ausmacht, dient der Verfestigung und Formgebung des Kunststoffs. Die Wassertemperatur sollte je nach Rohmaterial eingestellt werden (z. B. 20–30 °C für PP), die Wasserkanäle gleichmäßig verteilt sein und die Kühlzeit so gewählt werden, dass die Produkte verformungsfrei ausgeworfen werden können.
Gemäß dem Prinzip „langsam-schnell-langsam“: Zuerst wird die Form unter niedrigem Druck entriegelt, dann schnell geöffnet, um die Zeit zu verkürzen, und schließlich wird die Form langsam gestoppt, um Kollisionen zu vermeiden. Der Hub muss die Anforderungen für die Entnahme des fertigen Produkts erfüllen.
II. Wichtigste Einflussfaktoren
3. Produktstruktur: Dickwandige Teile benötigen eine lange Abkühlzeit; dünnwandige und komplexe Teile stellen höhere Anforderungen an die Spritzgussparameter; hochpräzise Produkte benötigen einen stabilen Zyklus.
Die sechs Phasen des Spritzgießprozesses sind eng miteinander verknüpft, und die Optimierung zielt im Wesentlichen auf ein ausgewogenes Verhältnis von Qualität und Effizienz ab. Unternehmen müssen die Parameter jeder Phase präzise steuern und in Kombination mit den Eigenschaften von Rohmaterialien, Formen und Produkten umfassend optimieren, um eine unüberlegte Geschwindigkeitssteigerung zu vermeiden. Nur so lassen sich eine qualitativ hochwertige und effiziente Produktion erreichen und die Wettbewerbsfähigkeit am Markt steigern.